Aufbruch im Ortsteil Osterfeuerberg für ein nachhaltiges Bremen

ErdwärmeDich, Fraunhofer Institut, Hochschule Bremen und die Zukunftswerkstatt beteiligen sich beim Innovationswettbewerb für nachhaltige Energiequartiere
Ausschnitt aus Plakat: WÄRMEN UND KÜHLEN FÜR ALLE Genossenschaftliche Erdwärme- erschließung im öffentlichen Straßenraum für die ganzheitliche Trans- formation von Bestandsquartieren in Streubesitz
Posterausschnitt WÄRMEN UND KÜHLEN FÜR ALLE Genossenschaftliche Erdwärme- erschließung im öffentlichen Straßenraum für die ganzheitliche Trans- formation von Bestandsquartieren in Streubesitz

WÄRMEN UND KÜHLEN FÜR ALLE

Genossenschaftliche Erdwärmeerschließung im öffentlichen Straßenraum für die ganzheitliche Transformation von Bestandsquartieren in Streubesitz

ein Beitrag von: Hubertus Baumeister, Mitglied des Aufsichtsrats der Genossenschaft ErdwärmeDich Anergienetze eG

Die Vereinten Nationen haben 2015 für die „Agenda 2030“ insgesamt 17 Ziele formuliert. Es geht um ein neues globales Wohlstandsverständnis, weg vom bloßen Pro-Kopf-Einkommen (Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung | BMZ). Ziel Nr. 11 sind „Nachhaltige Städte und Gemeinden.“ Auf dieser Linie liegt der wegweisende Förderaufruf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) „Innovationswettbewerb Energiequartiere“ (https://www.energieforschung.de/de/foerderung/foerderangebote/innovationswettbewerb-energiequartiere).

Im Zentrum des Aufrufs stehen effiziente klimaneutrale Energiesysteme. Diese sind mit den Bereichen Immobilienökonomie, Infrastruktur und Mobilität, Lebensqualität, Kommunikation und Kreislaufwirtschaft ganzheitlich zu verknüpfen.

Auf einer ersten Bewerbungsstufe haben sich die Genossenschaft ErdwärmeDich Anergienetze eG als Initiator, die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG als Projektleitung (https://www.ieg.fraunhofer.de), die Hochschule Bremen (Bereiche School of Architecture Bremen,Politikmanagement sowie interdisziplinäres Nachhaltigkeitsmanagement) und die gemeinnützige Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens GmbH für die Durchführung einer DESIGN-Phase (Machbarkeitsstudie) für den Ortsteil Osterfeuerberg beworben. Die “Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg“ (auch Cluster für Geothermie: www.osterfeuerberg-zkw.de) hat unseren Antrag mit ihrem herausragenden Engagement unterstützt und konnte weit über 100 Grundstückeigentümer:innen (!) für die Teilnahme am Projektantrag gewinnen. Das als Downloadversion beigefügte Dokument „Wärmen und Kühlen für Alle“ dokumentiert die Inhalte unseres Anfang Oktober abgegebenen Antrages.

Das Projekt wird von der Umweltsenatorin Henrike Müller auch im Namen des Senats ausdrücklich unterstützt, denn – so Henrike Müller – "das Land Bremen habe ein großes Interesse an der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit von Anergienetzen im Gebäudebestand“. Als Projektpartner sind weiterhin assoziiert: Union Brauerei Bremen GmbH, Geologischer Dienst für Bremen (GEOD), Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen (AHKB), KomFort - Beratung für Barrierefreiheit (KFBB), Bremer Zentrum für Baukultur (BZB), StadtAuto Bremen CarSharing GmbH (CAMBIO).

Ende Januar 2027 wird eine Jury 10 eingereichte Projekte auswählen, die in der DESIGN-Phase mit je etwa 1 Mio. € gefördert werden sollen. Aus diesen 10 Projekten werden 5 Projekte für die BUILD- und OPERATE Phase ausgewählt. Es ist dann eine weitere Förderung von je bis zu 5 Mio. € für eine konkrete Umsetzung möglich.

Ich bin optimistisch, dass wir auf allen Bewerbungsstufen Erfolg haben werden, denn es gibt bundesweit im baulichen Bestand noch kein Beispiel für ein geothermisches Anergienetz im Streubesitz. Nur die Erschließung von Erdwärme ermöglicht Wärmen (aktiver Klimaschutz) und Kühlen (passiver Klimaschutz) zugleich und gibt über eine genossenschaftliche Organisation die Aussicht auf bezahlbare Kosten. Gerade die soziale Komponente der Bezahlbarkeit für alle ist bei der Fernwärme fraglich und hat schon zu Rechtsstreitigkeiten beim Bundesgerichtshof geführt. Über die Vision der kommunalen Energiequartiere des BMWE werden mit der Wärmewende zusätzlich verschiedene Bereiche des Zusammenlebens nachhaltig miteinander verklammert. Das ist die Kür einer Quartiersentwicklung in einer Stadt.

Der größte Vorteil unseres Modells ist die gemeinschaftliche Eigenverantwortung in unseren Clustern, die die Menschen insbesondere auch für den Umweltschutz und aus sozialer Verantwortung zusammenführt. Und weil es schlicht Freude macht und erfüllend ist, zusammen mit anderen Menschen das eigene Quartier lebenswert und umweltfreundlich zu gestalten. Das stärkt unsere Demokratie.

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