Fossile Brennstoffe als Kostenfalle. Was bieten aktuelle Heizkostenvergleiche?

Ein Blick auf die gängigen Heizkostenvergleiche kann durchaus lohnend und sehr aufschlussreich sein
Gängige Heiztherme mit Gasanschluss, Symbolbild. Foto: Andreas Kisters
Gängige Heiztherme mit Gasanschluss, Symbolbild. Foto: Andreas Kisters

Bis zu 42.000 € Unterschied - Fossile Heizungen werden laut Energieberatung zur Kostenfalle

verfasst von Rolf Walczak und Gerlind Schütte

Das Heizen mit einer Gas- oder Ölheizung wird nach einer Berechnung der gemeinnützigen Energieberatung co2online deutlich teurer als mit klimafreundlichen Alternativen wie Wärmepumpen. Laut dieser co2online-Heizkostenprognose entstünden über einen Zeitraum von 20 Jahren "Mehrkosten von bis zu 42.000 €". Die Gründe dafür sind demnach steigende CO₂-Preise, höhere Netzkosten sowie die vorgeschriebenen Beimischungen im Rahmen der sogenannten Biotreppe.

Man sollte bei der Heizungswahl den Fokus deshalb nicht nur auf die reinen Anschaffungskosten legen. Viel entscheidender sind jedoch die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer.

Nach der aktuellen Heizkostenprognose der Energieberatung fallen mit Blick auf die langfristigen Heizkosten bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zwischen 2026 und 2045 rund 24.500 € an. Eine Gasheizung verursacht im selben Zeitraum dagegen rund 55.600 €, eine Ölheizung sogar rund 67.200 €. 

Die nunmehr gesetzlich vorgesehenen Beimischungen verteuern das fossile Heizen sogar, da Brennstoffe wie Biomethan, Wasserstoff und Bio-Heizöl teuer und nur begrenzt verfügbar sind. Mit Biomethan steigen die berechneten Kosten einer Gasheizung im betrachteten Zeitraum demnach auf 65.100 €, mit Wasserstoff auf 66.500 €. 

 

Weitere Vergleichsuntersuchungen bestätigen die genannte Tendenz

Eine Kurzanalyse des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos AG im Auftrag des Bundesverbandes Geothermie zusam-men mit dem Bundesverband Wärmepumpe stellt die annuisierten jährlichen Gesamtkosten einer Gastherme im Ein- und Mehrfamilienhaus mit jenen einer Luft-Wärmepumpe sowie einer Sole-Wärmepumpe gegenüber. 

Dabei zeigt sich: Liegt die Gastherme mitunter in den ersten Jahren noch gleichauf mit den beiden Wärmepumpentypen, so wachsen die Unterschiede durch steigende Gaspreise, einen wachsenden Anteil an Biomethan sowie einen Anstieg des CO₂-Preises schnell an. 

Über 20 Jahre gerechnet kommt die Studie für eine Gastherme auf 92.732 € Gesamtkosten, wohingegen die Luft-Wärmepumpen mit 73.835 € zu Buche schlagen und die Erdwärmepumpen mit 67.937 €. Die Differenz Gastherme zu Wärmepumpe beläuft sich demnach auf rund gerechnet 19.000 – 25.000 €. 

Die Kostenabweichungen zur Studie von co2online sind beträchtlich und liegen vermutlich an unterschiedlichen Ausgangsgrößen wie Gebäudegröße, -standard, Leistungswerten der Wärmepumpen und angenommenen Strom- und Gaspreisen. Eine aktualisierte Fassung dieser Prognos-Studie hat der Bundesverband Geothermie veröffentlicht.

 

Heizkostenvergleiche aus Eigentümersicht

Eine ganz andere Art des Vergleichs der unterschiedlichen Heizarten findet sich auf der Webseite der Sanierungsplattform reduco. Hier berichten Eigentümer von ihren Erfahrungen. Dieser Artikel fasst gemäß reduco die belastbarsten Datenquellen zusammen: die Langzeitstudie des Fraunhofer ISE, die Ergebnisse von Stiftung Warentest 10/2025, Praxisdaten des Installationsunternehmens thermondo (über 10.000 installierte Wärmepumpen) sowie Erfahrungsberichte aus Eigentümerforen und Verbraucherzentralen. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand März 2026. 

Gegenüber Gasthermen ergeben sich für Wärmepumpen im Durchschnitt Ersparnisse von ca. 700 – 1.600 € pro Jahr, abhängig von Gas- und Strompreis, Jahresarbeitszahl und Gebäudestandard. Summiert über die Lebensdauer einer Wärmepumpe (20 – 25 Jahre) entstehen dadurch Gesamt-Ersparnisse von 14.000 – 40.000 €. Je besser der Gebäudestandard und je höher die Leistung der Wärmepumpe desto höher die Ersparnisse. 

 

Fazit

Für die künftigen Bezieher:innen von Erdwärme über die Genossenschaft ErdwärmeDich Anergienetze eG sind das beruhigende Aussichten. Ohnehin werden sie nicht mit einmaligen Investitionskosten belastet, sondern mit jährlichen Umlagen entsprechend dem Wärmebedarf der Häuser, wie es unser Blog-Artikel zur Machbarkeitsstudie erläutert.

 

"Ihre Meinung zählt!"

Wir freuen uns über Rückmeldungen zu unseren Artikeln. Besonders prägnante Beiträge veröffentlichen wir an dieser Stelle gelegentlich in Auszügen: Bitte geben Sie an, auf welchen Blog-Eintrag Sie sich beziehen und nennen Sie Ihren vollständigen Namen und Wohnort. Rückmeldungen an die Redaktion sind zu adressieren an: klaus.berger@erdwaermedich.de